Es soll die dritte Professur des Verkehrswegebaus an der BTU Cottbus-Senftenberg werden, die es bald nicht mehr geben wird. Nach Straßenwesen und Wasserbau kommt im März 2023 das Eisenbahnwesen von der Schiene. Die Inhalte aller drei Lehrstühle lassen nicht gerade darauf schließen, dass die darin ausgebildeten Ingenieure nicht mehr gebraucht würden. Ganz im Gegenteil.

Cottbus

Von Bahn-Experten wird sogar ausdrücklich darauf verwiesen, dass das bei Professor Hans-Christoph Thiel erworbene Eisenbahn-Know how weder in Sachsen noch in Berlin vermittelt wird. Wer auf diesem Gebiet den Master in Cottbus erworben hat, ist in regionalen Unternehmen und darüber hinaus umworben und hat seinen Job oft weit vor dem Abschluss sicher. Und dennoch hat das Eisenbahnwesen in der 2015 formulierten strategischen Neuausrichtung der BTU – von Politik und Wissenschaft ausdrücklich gefordert – keinen Platz mehr.
Fünf Jahre später allerdings, ist mit den angekündigten Bahnwerk-Investition in Cottbus im Strukturwandel der Region eine völlig neue Situation entstanden. Da muss einfach ein nochmaliges Nachdenken über die frühere BTU-Entscheidung möglich sein. Die Bahn kommt, und das Eisenbahnwesen an der Uni vor Ort macht dicht. Wer das so will, der braucht dafür extrem gute Gründe. christian.taubert@lr-online.de