Denkwürdig – unter dieser Überschrift dürfte 2020 nicht nur in die Geschichtsbücher eingehen, sondern sich auch ins Gedächtnis vieler junger Leute einbrennen, die in diesem Jahr die Schule abgeschlossen haben und jetzt einen Ausbildungsplatz suchen. Die Älteren hatten ihnen eine rosige Zukunft in Aussicht gestellt: „Ihr werdet umworben sein und wenig Probleme haben, weil viele Betriebe angesichts des Fachkräftemangel, der längst Alltag ist, ,auf Vorrat’ ausbilden.“
Und dann das: Erst läuft der Schulabschluss wegen der Corona-Pandemie holprig, gelinde gesagt. Dann finden wochenlang weder Kontaktbörsen für junge Leute und Betriebe statt noch Einstellungsgespräche in den Firmen, weil die dicht gemacht wurden oder die Mitarbeiter im Homeoffice sitzen.
Das Ergebnis ist eine Bewährungsprobe für beide Seiten: Den Lehrstellen-Suchenden ist nicht zu verdenken, wenn sie etwas die Orientierung verloren haben. Und vielen Firmen fällt das Planen schwer, weil sie heute nicht wissen, ob und wie das Geschäft morgen läuft. „Nur Mut!“, muss man da beiden zurufen. Es mag in diesem Jahr besonders mühsam sein, eine Lehrstelle zu finden, und noch dazu nicht immer im Traumberuf. Aber Hartnäckigkeit lohnt sich. Und die jungen Leute sollten auch die Kammern und andere Verbände beim Wort nehmen, die Hilfe versprechen.