Mit der Einführung des gemeinsamen Abituraufgabenpools haben die Kultusminister einst einen Schritt zur Vergleichbarkeit der Prüfungen gemacht. Aber: Das Verfahren ist freiwillig, und manche Länder verändern die Fragestellung nach Entnahme aus dem Pool. Das ist auch gut so. Denn Schulen brauchen Flexibilität. Es ist doch gerade die Fixierung auf das Ergebnis, das den Blick für das Wissenswerte verstellt. Wer immer nur für den nächsten Test lernt, verliert das Wichtigste aus dem Blick: die angstfreie Auseinandersetzung mit einem Thema. Vielleicht keimte der Protest gegen das Mathe-Abitur auch deshalb ausgerechnet bei den vermeintlichen Musterschülern der Republik? Bayern rühmt sich selbst für seine hohen Bildungsstandards. Das Ziel (Testergebnis) ist dabei offenbar wichtiger als der Weg dorthin. Wer erinnert sich heute noch an bloße Formeln? Es sind die Geschichten, die sich ins Gedächtnis einschreiben. Wer sich mit der Logik beschäftigt hat, weiß, wie interessant mathematische Fragen gestellt werden können. Um es in eine simple Formel zu bringen: Interesse + Relevanz = Lernanreiz.