Natürlich feiert diese Warnung längst ihren Einzug ins Floskel-Register: Ein Tier ist mehr als nur ein Zeitvertreib. Es wäre schon reichlich vermessen zu mutmaßen, dass sich diejenigen, die sich in der Corona-Krise ein Tier zulegen, nicht trotzdem doppelt und dreifach darüber nachdenken würden.
Tun sie bestimmt, die meisten zumindest. Das Nachdenken ist mittlerweile auch ziemlich einfach. Online gibt es eine Million gute Ratgeber über Hunde und Katzen, über das, was mit der Versorgung und Erziehung eines Hundes zusammenhängt. Was aber, wenn der Hund und die Katze so gar nicht die Zeitvertreiber sein wollen, die man sich erhofft? In diesen Zeiten. Mitten in der Corona-Krise. Mitten in der Einsamkeit, der Langeweile, der zu fallen drohenden Zimmerdecke?
Es kann passieren, dass Bello nicht der dickste Kumpel wird, sondern nervt, es kann passieren, dass Mauzi so gar keinen Bock hat, gestreichelt zu werden. Und dann? Dann ist der Zeitvertreib nicht, sich darüber zu ärgern, dass Bello ein Montagsmodell und Mauzi eine Egoistin sind, sondern die Arbeit mit den Vierbeinern – sofern sie vier Beine haben –, um schließlich miteinander klarzukommen.
Manchmal ist das Tier im Haus halt eben doch mehr bucklige Verwandtschaft als schicker Turboschlitten. Auf Letzteres lässt sich oft aber auch deutlich einfacher verzichten.