Ganz schön was los im Spreewald und im Lausitzer Seenland. Vielerorts rekordverdächtige Gästezahlen. Ausgebucht sind Hotels und Pensionen sogar in den für Lausitzer Ohren eher „exotischen Destinationen“ wie Forst und Guben.
Inzwischen leiden in den südbrandenburgischen Urlaubsregionen einige Bewohner in manchen Orten sogar schon unter einer Art Mallorca-Syndrom. Ihnen geht der touristische Ansturm rund um ihr naturgemäß idyllisches Heim inzwischen gehörig auf die Nerven. Extreme werden halt häufig zum Problem.
Aber Klartext: Der Tourismus ist nicht erst seit diesem irren Corona-Jahr ein wesentlicher Teil der wirtschaftlichen Strategie gerade an der Spree und im Seenland. Viele Menschen, die dort wohnen, profitieren von den Gästen und haben sogar ein Geschäftsmodell auf die Nachfrage aufgebaut.
Gerade für sie ist der außergewöhnliche Corona-Sommer, neben ordentlich Stress, eben auch eine große Chance. Klar, für manche Gäste, für die ein richtiger Sommerurlaub in den vergangenen 20 Jahren irgendwie gesetzmäßig immer an den Flughäfen in Tegel, Schönefeld oder Frankfurt am Main beginnen musste, sind der Spreewald und das Lausitzer Seenland vielleicht diesmal nur ein „Notnagel“.
Sicher aber ist, das einige dabei auch merken werden, was sie in der Lausitz verpasst haben. Deshalb müssen die Lausitzer Gastgeber genau jetzt die Gelegenheit nutzen, sich – trotz Corona-Regeln – von ihrer besten Seite zu präsentieren. So kann der „Notnagel“ von heute ganz schnell zum Traumziel von morgen werden.