Als Reporter lernt man täglich neue Orte und, noch besser, neue Menschen kennen. Deshalb macht mir der Beruf so viel Spaß. Aber es gibt auch Menschen, die ganz gezielt versuchen, die Berichterstattung in ihrem Sinne zu beeinflussen, indem sie eben nur gefilterte Informationen offenbaren, die sie im rechten Licht dastehen lassen.

Recherche in alle Richtungen ist unser Handwerk. Bei Artikeln über Geflüchtete beispielsweise wissen Reporter, dass der Shitstorm in den sozialen Netzwerken nicht weit ist. Was habe ich schon für abscheuliche Kommentare gelesen … Und Vorwürfe, der „mainstreamgesteuerte“ Journalist habe bewusst etwas unterschlagen.

Manche Geschichten sind so komplex, dass sie nicht in einem Artikel auserzählt werden können. Dafür gibt es viele Gründe. Vertrauen Sie uns, wenn ich Ihnen sage, dass wir bei offenen Fragen dran bleiben und weiter berichten. Und uns gerne Ihrer Probleme annehmen, und sei es „nur“ ein fehlender Kleiderhaken nach einer Shoppingtour an einem verkaufsoffenen Sonntag.

Und dann gibt es diese Lichtblicke: Termine wie bei den Powerfrauen in Friedersdorf, bei denen mir engagierte Menschen immer wieder zeigen, dass es auch ganz anders geht. Da sprudeln die Geschichten von gemeinsamen Erlebnissen in der wirklichen Welt aus den Tänzerinnen und Tänzern nur so heraus und der Journalist hat die Qual der Wahl, was er für die breite Öffentlichkeit aufschreibt. Klar: Das kann man mit kalten Heizungen in Wohnungen für aus Kriegsgebieten geflüchtete Kinder mit ihren Eltern und Großeltern nicht vergleichen.

Liebe Powerfrauen, ich komme gerne wieder!

Friedersdorf