Seit der Jahrhundertwende sind in der Region Tausende Wohnungen abgerissen worden. Ursache war in erster Linie die arbeitsmäßig bedingte Abwanderung. Der Stadtumbau war und ist noch immer extrem wichtig. Denn Geisterstädte inmitten der Lausitz braucht niemand. Zudem die Wohnblöcke aus DDR-Zeiten nicht unbedingt architektonische Augenweiden sind, um es vorsichtig auszudrücken. Die durch die Abrisse frei werdenden Flächen müssen beileibe nicht zwangsläufig neu bebaut werden. Sinnvoll ist es, zumindest hier und da Blüh- und Streuobstwiesen anzulegen. Damit wird aktiv etwas für den Artenschutz vor Ort getan. Unsere Wohnorte sollten grüner und damit lebenswerter werden. Pflanzen statt Beton also. Gänzlich falsch wäre es hingegen, für die leer stehenden Blöcke unter allen Umständen neue Bewohner finden zu wollen. Denn zum einen würden diese ohnehin nicht in der erforderlichen Zahl erscheinen. Und zum anderen, das ist vielleicht noch der bedeutendere Aspekt, wären das nicht unbedingt die Nachbarn, die man sich wünscht. Es ist gut, wenn sich Städte und Gemeinden gesund schrumpfen. Lieber klein, fein und heimelig als groß und unübersichtlich sollte die Devise lauten. Abriss muss nicht zwingend etwas Negatives sein, auch wenn „Rückbau“ freilich etwas freundlicher klingt.