In Schwarzheide soll das Leistungszentrum Lausitz gebaut werden. Es handelt sich um eine 70-Millionen-Investition für eine überbetriebliche Ausbildungsstätte, die der Region den dringend benötigten Nachwuchs an Fachkräften bringen soll. Das klingt zunächst einmal vielversprechend. Wer wird schon etwas gegen mehr Bildung haben können? Doch das ehrgeizige Vorhaben hat es in sich. Das Projekt steckt erst in den Startlöchern, eine wirkliche Präsentation in der Öffentlichkeit gab es bislang nicht wirklich. Und die bislang lediglich geschätzte Summe von 70 Millionen Euro ist für eine Kleinstadt wie Schwarzheide alles andere als ein Pappenstiel.
Klar kann die Kommune diese Größenordnung niemals allein schultern. Doch vom Land Brandenburg als Fördermittelgeber gibt es außer einem Bekenntnis für das Leistungszentrum noch nicht viel Zählbares. Bislang sind selbst die Förderregularien unklar. Ebenso weiß niemand, was die Schwarzheider am Ende aus ihrer eigenen Kasse beisteuern müssen. Zugute halten muss man dem Land allerdings, dass ein solches Leistungszentrum zwischen Uckermark und Lausitz ein Novum wäre.
Die Bedenken mancher Stadtverordneter sind durchaus nachvollziehbar. Sie wollen ja nicht das Projekt an sich verhindern, sondern den finanziellen Kollaps ihrer Stadt, deren Bürgern sie gewählt haben. Deshalb sollten möglichst zeitnah die entsprechenden Zahlen und Bedingungen auf den Tisch. Um dann anhand von Fakten entscheiden zu können, ob Leistungszentrum ja oder Leistungszentrum nein.

Schwarzheide