Stockt das Gespräch mit der einen Seite, probiere es mit der anderen! Nach diesem Motto handelte Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un bei seinem Russland-Besuch. Seit US-Präsident Donald Trump sein Treffen mit ihm im Februar abgebrochen hat, ist Kim auf der Suche nach einem neuen Lösungsweg. Und so erinnert er sich an eine vor langer Zeit ausgesprochene Einladung aus Moskau.

Wladimir Putin kommt zurück ins Spiel, bietet sich gar als Vermittler an. Auch dem Mann im Kreml ist angesichts der Dauerkrise an seiner fernöstlichen Grenze nicht recht wohl. Deshalb trägt er die internationalen Wirtschaftssanktionen gegen Nordkorea mit; bislang. Aber er schlägt Kim gegenüber einen anderen Ton an als die Amerikaner, bekräftigt dessen Sicherheitsinteresse. Und er stellt Kim eine engere Kooperation in Aussicht – für dessen Versprechen einer nuklearen Abrüstung. Für Kim hat der Kontakt zu Putin auch den Vorteil, neben Peking einen zweiten Fürsprecher zu bekommen; was seine Optionen erweitert und Trump unter Zugzwang setzt. Aber noch ging es bei seinem Besuch in Wladiwostok vor allem um Signale des guten Willens. Die Bereitschaft zu „denuklearisieren“, hat Nordkorea bislang nur im Grundsatz erklärt, substanziell hat sich in der Sache wenig getan.

politik@lr-online.de