Krankenhäuser im ländlichen Raum gehören mit zu den wichtigsten Elementen der Daseinsvorsorge. Sie sind zudem ein strukturell unverzichtbarer Arbeitgeber für kleinere Städte abseits der großen Ballungsräume – mit hunderten qualifizierten Arbeitsplätzen vom Pfleger bis zur Chefärztin.

Die aktuelle Ausrichtung der Gesundheitspolitik zehrt jedoch die ländlichen Krankenhäuser aus. Ein Argument ist, dass die kleineren Häuser zu wenig Fallzahlen haben, um spezialisierte Operationen und hochwertige Behandlungen in der nötigen Qualität durchzuführen.

Die Annahme ist, dass in großen Klinken die teure medizinische Technik und das Personal effektiver gemanagt werden können. Doch riesige Krankenhäuser haben auch einen beachtlichen internen Abstimmungsaufwand. Und das „kleine“ Krankenhaus vor Ort bietet für Patienten auch aus anderen Gründen viele Vorteile.

Denn ob für ältere oder gar demenzkranke Menschen lange Wege zum nächsten „Großen Krankenhaus“ wirklich zuträglich sind, ist ebenso zu hinterfragen, wie die Tatsache, dass Patienten in großen Häusern gerade wegen der hohen „Durchlaufzahlen“ anonymer betreut werden.

Offen ist auch, ob gut ausgestattete ländliche Krankenhäuser bei Routineoperationen wirklich schlechter abschneiden. Deshalb ist es so notwendig und richtig, dass die ländlichen Krankenhäuser ihre Stärken auszuspielen, sich mehr vernetzen und ihr ambulantes Angebot erweitern. Nur so können Kliniken wie in Forst erhalten werden - und damit für die Kommune unentbehrliche Strukturen und hochwertige Arbeitsplätze vor Ort.

Forst