Dass es in dieser Saison keinen Karneval wie sonst geben wird – darin sind sich wohl alle einig. Schunkeln mit Abstand oder Veranstaltungen mit tausenden Besuchern: einfach unmöglich. Doch mit seiner Aussage, den Karneval ausfallen zu lassen, hat sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn den Unmut der wohl kompletten Karnevalsbranche zugezogen.
Vor allem der Fakt, vorher mit keinem Verband gesprochen zu haben, ließ auch in der Lausitz das Lachen unter der Narrenkappe gefrieren – und das zu Recht. Denn Kommunikation ist gerade in Krisenzeiten existenziell. Gespräche hätten schon längst stattfinden müssen, denn die Vereine stecken in den Vorbereitungen und sind zutiefst verunsichert.

Tradition ist nicht zu unterschätzen

Es hängt weit mehr am Karneval als konfettiwerfende Narren: tausende Kinder und Jugendliche, die in den Vereinen trainieren, aber auch Kostümverleihe, Veranstaltungshäuser, Bewirtungsunternehmen. Und Karneval ist eine Tradition, die nicht unterschätzt werden darf. Sicher, in Corona-Zeiten muss die Gesundheit der Vereinsmitglieder und Gäste immer an oberster Stelle stehen. Dafür tragen die Vereine die Verantwortung.
Ob deshalb Karneval in einer wie auch immer gearteten, abgespeckten Variante möglich ist oder in die nächste Saison verschoben wird: Es muss schnell eine Regelung her, egal wie sie aussieht – und in erster Linie Kommunikation. Sonst friert weit mehr ein als das Lachen unter der Narrenkappe.