Der Doppelhaushalt für das Amt Döbern-Land für die Jahre 2019/20, der jetzt zum ersten Mal von der Verwaltung der Öffentlichkeit vorgestellt worden ist, ist ambitioniert. Das Amt muss den Spagat vollführen, um einerseits finanziell handlungsfähig zu bleiben, anderseits wichtige Zukunftsentscheidungen nicht zu verpassen. Der Neubau der Schule, der den Haushalt in besonderem Maße belastet, weil für das Vorhaben größere Eigenmittel bereitgestellt werden müssen, ist eine solche Entscheidung. Amtsdirektorin Anja Redlow hatte zum ersten Spatenstich erklärt, eine neue Schule sei zugleich eine Einladung, sich in dieser Stadt, in diesem Amt niederzulassen.

Der Entwurf des Haushaltes macht aber auch deutlich, dass das Amt Döbern mit einem solchen Großprojekt auch die Grenze des Machbaren erreicht hat. Spielraum, um andere Wünsche zu erfüllen, gibt es kaum, soll nicht die Amtsumlage wesentlich stärker als geplant angehoben werden. Und so kam das Thema künftige Verwaltungsstrukturen im jüngsten Amtsausschuss wieder auf den Tisch, nachdem es darum in den vergangenen Monaten doch recht ruhig geworden war. Ein berechtigter Vorstoß. Denn noch immer plagen das Amt Schulden in Höhe von rund 20 Millionen Euro. Eine spürbare Entlastung – und damit ein größerer Handlungsspielraum für die Zukunft – winkt nur bei einem freiwilligen Zusammenschluss der Gemeinden.