Nach den Kommunalwahlen in diesem Jahr ist in vielen Städten und Gemeinden zunächst nur über die Ergebnisse der AfD debattiert worden. Falsch war das nicht, doch es zeugte von der Ohnmacht und einem gewissen Vertrauensverlust. In die Wähler, in die Nicht-mehr-Gewählten und in die Gewählten.

Mit der Zeit kehrt Besonnenheit zurück und vor der Wahl gesteckte Ziele gehen auf: Besonders in den kleinsten Einheiten, in den Dörfern, wo schon eine ganze Weile nicht mehr in Parteien gedacht werden kann, haben sich junge Leute dazu ermuntern lassen, Verantwortung zu übernehmen und die Geschicke der Gemeinde mit zu lenken. Sie sitzen nun in den Ortsbeiräten, in Stadt- und Gemeindeparlamenten, diskutieren mit, sammeln Erfahrungen. Motiviert von der erreichten Stimmenzahl im Mai.

Hardy Kordian, viele Jahre Sellessener Ortsvorsteher, überraschte, als er in der konstituierenden Ortsbeiratssitzung einfach loslassen konnte: Dann soll doch die junge Janine Kantor ran! Er hilft ihr als Stellvertreter. Auch Gerd Piater, viele Jahre Bürgermeister und Ortsvorsteher in Wadelsdorf, kam in die konstituierende Sitzung, um die ersten Misstöne zwischen den jungen Gewählten weg zu wischen. Ein junger Ortsvorsteher sollte ran, egal welcher. Und Peter Drobig scheint vor allem noch einmal als Tschernitzer Bürgermeister angetreten zu sein, um die Jungen an die Aufgaben heranzuführen. Ihre neuen Ideen tun ihm gut.