Egal, von wem der Antrag kommt: Der Vorstoß der Brandenburger AfD zur Ansiedlung von EU-Löschflugzeugen ist von Sachkenntnis relativ ungetrübt und zeigt, welch rückständiges Bild die Partei offensichtlich von der Lausitz hat. Der Plan für die Region zwischen Spree und Neiße heißt kurzgefasst: weiter wie seit 100 Jahren.

Der Antrag ignoriert nämlich nicht nur, dass es inzwischen in Deutschland einen breiten gesellschaftlichen Konsens darüber gibt, dass die Kohleverstromung langfristig keine Zukunft mehr hat. Er geht gleichzeitig davon aus, dass die Menschen in der Lausitz nicht nach vorne schauen und lieber in den nächsten Jahrzehnten so weiter­baggern wollen wie bisher, statt auch in ihrer Heimat für ihre Kinder und Enkel Neues mit Zukunft aufzubauen.

Die Zukunft soll mit einem millionenschwer geförderten rescEUStützpunkt lieber an der Oder stattfinden, während in der Lausitz alles beim Alten bleibt. Der Flugplatz Drewitz ist nämlich inzwischen aus dem Rennen, weil er seit zwei Monaten keine Betriebserlaubnis mehr hat.  Schönen Dank auch! Mit ernstzunehmender und verantwortungsvoller Politik hat das nichts zu tun.

Die Lausitz steht vor einem wirtschaftlichen Umbruch, der sich nicht mit der Vogel-Strauß-Methode – Kopf in den Sand – einfach wegwünschen lässt. Dafür braucht die Region jede Menge Unterstützer mit guten Ideen für die Zukunft. In diese Kategorie gehört der aktuelle Alternativ-Vorschlag nicht.
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