Die Aufstiegsregelung zur 3. Liga bleibt eines der größten Ärgernisse im deutschen Fußball. Neuestes Indiz dafür, dass etwas gehörig schief läuft, ist die Absage des SV Rödinghausen. Der Spitzenreiter der Regionalliga West kündigte an, auf den möglichen Aufstieg zu verzichten – wegen der hohen Auflagen. Der DFB verlangt ein Stadion mit einer Kapazität von mindestens 10001 Zuschauern. Die Rödinghausener sagen, dass das mit dem Aufstieg verbundene Risiko zu hoch sei. Sie wissen: Der Klassenerhalt in der 3. Liga ist extrem schwer – und der erneute Aufstieg wegen der Aufstiegs-Duelle ein Glücksspiel. Dafür ein Stadion zu bauen, das beim Rödinghausener Schnitt von 1170 Zuschauern pro Spiel schlichtweg nicht gebraucht wird, wäre verantwortungslos.

Ein Aufstieg als zu hohes Risiko – das ist fatal. Wenn es der DFB nicht endlich schafft, unterhalb der Hochglanz-Ebene eine stabile fußballerische Heimat für Mittelklasse-Vereine zu schaffen, bröckelt die Basis. Es sind Modelle zur Aufteilung der Ligen gefragt, die Traditionsvereinen wie Energie Cottbus, Offenbach oder Essen mit großen Stadien und großem Anhang, aber auch kleinen Vereinen wie eben Rödinghausen oder beispielsweise Altglienicke gerecht werden.  Die aktuelle Lösung produziert nur Frust wie in Rödinghausen oder gar tiefe Trauer wie zuletzt beim völlig implodierten FC Rot-Weiß Erfurt.

Lesen Sie auch zum Thema Energie Cottbus:

Der Regionalliga-Spielplan: Alle Spiele, alle Tore und alle Bilder von Energie Cottbus

Der Energie-Kader: Neuaufbau mit vielen Neuzugängen