Sieht hier etwa jemand seine Felle davon schwimmen? Mitten zwischen dem ersten und zweiten Wahlgang inszeniert die AfD ein Sicherheitsdrama um ihre Info-Tagung in der Lausitzhalle. Die Antifa wird als Feindbild beschworen. Linksradikale hätten mit „Abfackeln“ gedroht. Das Leben der Besucher sei in Gefahr. Komisch nur, dass die Polizei nie eine Gefahrenlage bestätigt hat. Ein Schmierentheater, dessen Aufführung selbst einer Spelunke nicht würdig wäre und erst recht nicht einem altehrwürdigen Haus wie der Lausitzhalle. Die Inszenierung stinkt zum Himmel. Fraglich ist, warum sich ein kommunales Haus wie die Lausitzhalle überhaupt mitten im OB-Wahlkampf eine Partei in die Räume holt? Das hat ein Geschmäckle, noch dazu, wenn ein Aufsichtsrat, der für die SPD im Stadtrat sitzt, mit der AfD gemeinsame Sache macht. Zugleich scheint es, als wolle die AfD mit ihren nicht bewiesenen Behauptungen ihr Image kurz vor der Wahl reinwaschen. Doch der Bürger hat sich längst entschieden. Der erste Wahlgang hat gezeigt, dass die Mehrheit in Hoyerswerda keinen AfD-Bürgermeister will. Diejenigen Kräfte haben sich durchgesetzt, die von der AfD als „stalinistisch“, „kommunistisch“ und neuerdings „faschistisch“ verunglimpft werden. So als ließen sich allein durch Worte die Vorzeichen umkehren. Doch nicht Hetzreden zählen, sondern Inhalte und Taten. Gerade letzteres ist aber eine Schwäche der Populisten, die oft peinlich, manchmal auch unterhaltsam sind, meistens jedoch nichts zustande bekommen. Weder MdB Karsten Hilse noch Doreen Schwietzer, die per Direktmandat in den Sächsischen Landtag zog, haben sich bisher durch ihre Handlungen hervorgetan. Wenn die AfD bald wieder in der Versenkung verschwindet sollte, wird man sich wohl nur noch an ihre Hassreden erinnern.