Nur eine Stimme liegt die FDP in Thüringen über der Fünf-Prozent-Hürde. Erst Mitte dieser Woche wird feststehen, ob sie in den Landtag kommt. Oder nicht, wie in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.

Die Liberalen stehen im Osten auf verlorenem Posten. Ideen von Eigenverantwortung und schlankem Staat sind nicht sehr populär in einer Gesellschaft, die mehr vom Staat erwartet als der Westen der Republik. Ein festes Milieu hat die FDP hier nicht. Und das, was am Liberalen schön ist, das hat die Konkurrenz von links bis Mitte auch im Angebot.

Was bleibt da übrig? Eine „progressive Stimme, die Vielfalt als Quelle des Fortschritts begreift“, sagt Frank Müller-Rosentritt, der neue Chef der Sachsen-FDP. Nur: So hat sich der Landesverband nicht immer präsentiert. In Sachsen hat die FDP immer von Protestwählern profitiert, die es deftig mochten. Den größten Wahlerfolg fuhren die Liberalen 2009 ein mit einem Wahlkampf, der auf Nationalstolz und Sturköpfigkeit setzte. Aber dieser Protest hat eine neue Heimat bei der AfD gefunden. Die FDP wird ohne ihn zurechtkommen müssen. politik@lr-online.de