Es ist ein Paradebeispiel aus Hoyerswerda, wie die AfD mit der Corona-Krise auf Stimmenfang geht – und wie sie dabei versucht, Stimmung zu machen. Das Prinzip lautet: einen Tabubruch herbeiführen, sich von den eigenen Anhängern feiern lassen und Anfechtungen von anderen ignorieren. Medien, die über die Aktion berichten und Kritik üben, werden als „Systemmedien“ beschimpft. Ergebnis: Die Partei kann sich einmal mehr als mediales Opfer darstellen.

Genau so ist das innerhalb der vergangenen Woche in Hoyerswerda passiert. Dabei ist den AfD-Abgeordneten offensichtlich völlig egal, ob sie mit ihrer Blumen-Aktion Leute im oder am Krankenhaus gefährden könnten. Angehörige von Patienten sollen zu Hause bleiben – aber AfD-Stadträte stiefeln völlig selbstverständlich ins Haus. Hauptsache ist, sich selbst als Kümmerer ins rechte Licht zu rücken und alle anderen als untätig und uninteressiert am Volk zu brandmarken.

Das Interessante ist: Während diese Masche bei Vertretern aller anderen Parteien inzwischen teils Kopfschütteln und teils Ratlosigkeit verursacht, funktioniert sie bei AfD-Anhängern scheinbar immer noch.

Was Hoyerswerdsche im Hinterkopf haben sollten: In diesem Jahr könnte diese AfD-Masche noch öfter zum Einsatz kommen. Im September wird ein neuer Oberbürgermeister gewählt. Da geht es für die Stadt dann um mehr als nur um einen nett gemeinten Blumenstrauß.