Es ist schon seltsam, wie alle Welt vom Klima- und Umweltschutz spricht, und gleichzeitig Kaffeebecher, Flaschen, Pizzakartons und Zigarettenkippen öffentliche Grünanlagen und Straßen zumüllen. Das ist wie mit dem Wasser predigen und den Wein trinken: Das abstrakte Bedürfnis, irgendwie mit dabei zu sein, wenn die Welt gerettet werden soll, scheint mit dem individuellen Handeln eben nicht immer Schritt zu halten. Ist aber nicht harmlos: Das achtlose Wegwerfen von nicht mehr Gebrauchtem in den öffentlichen Raum sind Faulheit und Folge mangelnder Erziehung.

Was sollen Kommunen dagegen tun? Bußgelder erhöhen, mehr Papierkörbe aufstellen, mehr Ordnungsbeamte auf die Straßen schicken? Oder wie im strengen Stadtstaat Singapur Wiederholungstäter zur Reinigung öffentlicher Straßen auffordern? Klingt alles richtig, nur: Müllsünder in flagranti zu ertappen, ist eine höchst schwierige Angelegenheit. Da ist es viel einfacher, wenn jeder seinen Müll bei sich zu Hause entsorgt. Dann macht man was für sein gutes Benehmen und für seine Stadt und eben nicht nur hohles Palaver vom Umweltschutz.