Während in der Spremberger Innenstadt, aufgrund der wirksamen Rechtsverordnung, nahezu jedes zweite Geschäft für den Publikumsverkehr geschlossen ist, pulsiert auf dem Marktplatz das Leben. Kein Wunder, es ist Markttag. Ein Umstand, der in normalen Zeiten das Stadtbild und das Miteinander prägt. Nur befinden wir uns aktuell eben nicht in normalen Zeiten.

Das Coronavirus breitet sich immer weiter aus. Ob Cottbus oder Neuhausen/Spree, die vermeintlichen Einschläge kommen immer näher. Auch Spremberg wird es über kurz oder lang treffen. Alles andere wäre schlichtweg illusorisch. Ein Blick auf das Marktreiben scheint jedoch eine gewisse Blauäugigkeit an den Tag zu legen. Da wird heiter Schlange gestanden, schwatzend flaniert und womöglich auch über eine unnötige Panikmache schwadroniert.

Der Tod, keineswegs ausgeschlossen

Der Ernst der Lage offensichtlich beflissen ignoriert. Dabei lässt sich der Großteil der Marktbesucher in die Kategorie Risikogruppe einordnen. Senioren trifft dieser Virus nämlich besonders hart. Der Tod, keineswegs ausgeschlossen. Während sogenannte Corona-Partys rigoros unterbunden und Organisatoren sanktioniert werden, laufen die Treffen auf dem Markt ungehindert weiter.

Sicherlich sind die festen Markttage für viele Senioren der einzige Weg sich sozial auszutauschen, doch könnte dabei auch locker das Virus weitergegeben werden. Eine folgenschwere Kettenreaktion. Ausgang: ungewiss. Besonders tragisch: Viele Leute hinterfragen ihr Handeln meist erst dann, wenn es zu spät ist. Erkrankungen im Familien-, Freundes- oder Bekanntenkreis nachweisbar sind.

Ja, soziale Kontakte sollten unbedingt auf das Notwendigste runtergefahren werden. Nur so lässt sich eine Ausbreitung wenn auch nicht eindämmen, dann doch zumindest verlangsamen. Und mal ehrlich, in Zeiten von sozialen Medien und der dazugehörigen Technik, leidet lediglich der direkte Kontakt. Denn Sorgen, Nöte oder einfacher Kaffeeklatsch lassen sich auch auf elektronischem Wege austauschen.

Schöne neue Welt, die wir hoffentlich bald wieder in vollen Zügen genießen dürfen – und zwar gesund.