Die deutschen Unternehmer können nicht dafür sorgen, dass überall dort, wo für sie produziert, geschürft oder transportiert wird, die Menschenrechte eingehalten werden. Deswegen müsse die Bundesregierung auf den „Unsinn“ verzichten, den gesetzliche Auflagen hinsichtlich der Verhinderung zum Beispiel von Kinderarbeit, Sklavenarbeit oder Kindersklavenarbeit darstellen. Das ist exakt die Forderung der deutschen Arbeitgeberverbände.

Nichts scheint sich also geändert zu haben seit den Tagen, als VW und andere mit dem Apartheid-Regime in Südafrika kollaborierten oder als VW Mitarbeiter in Brasilien den Folterern der Militärdiktatur auslieferte. Was hätte man dagegen schon tun können? So wenig wahrscheinlich wie gegen Menschenrechtsverletzungen in China. Um mal ein aktuelles Beispiel zu nehmen. Und was die direkte Produktion betrifft: Wenn es passt und nicht zu teuer ist, dann gibt es auch im Ausland halbwegs anständige Löhne, geregelte Arbeitszeiten, Arbeitsschutz und betriebliche Mitbestimmung. Leider passt es selten. Mitbestimmung ist in den Produktionsländern oft gesetzlich nicht vorgesehen. Und was die Sklavenarbeit betrifft: Die Konkurrenz schläft nicht, und wenn über seltene Rohstoffe ein Warlord gebietet, muss man sich eben arrangieren.

Wie aber wäre es, wenn man die Einhaltung der Menschenrechte den Qualitätsstandards für die Zwischen- und Endprodukte gleichsetzte? Niemand käme schließlich auf die Idee, Autos zu verkaufen, die nur deshalb nicht richtig fahren, weil es in der Lieferkette Fehler gegeben hat. Da funktioniert die Kontrolle bis zum kleinsten Zulieferer. Wer schlechte Qualität liefert, fliegt aus der Kette raus. Das ginge auch, wenn Menschenrechte verletzt werden. Anders als es BDA-Chef Kramer sagt, haben das auch deutsche Firmen durchaus in der Hand. Wenn es nicht anders geht, muss man sie mit Gesetzen daran erinnern. politik@lr-online.de