In der Coronakrise wird die Freiheit der Menschen eingeschränkt. Das ist sinnvoll, damit sich das gefährliche Coronavirus nicht so schnell ausbreitet. Für bestimmte Bereiche des öffentlichen Lebens gelten jedoch Ausnahmen. Beispiele: Es muss sauberes Wasser und Strom geben. Die Versorgung mit Lebensmitteln und die medizinische Hilfe müssen abgesichert werden. Arbeitsagentur und Verwaltungen sollen weiterarbeiten, Rettungsdienste funktionsfähig bleiben.

Diese lebenswichtigen Bereiche heißen kritische Infrastrukturen. Die dort Beschäftigten haben in der Krise Privilegien: Eltern, die in Krankenhäusern oder im Supermarkt arbeiten, erhalten Notbetreuung für ihre Kinder. Ärztinnen oder Feuerwehrleute dürfen bei einer möglichen Ausgangssperre zur Arbeit fahren.

In der Krise bleibt es ebenso wichtig, dass relevante Informationen aus Gemeinden, Landkreisen und dem ganzen Land möglichst schnell geprüft und veröffentlicht werden. Dafür sorgen Journalistinnen und Journalisten. Sie berichten über Probleme, Sorgen der Bevölkerung und Risiken. Sie betrachten Politik, Wirtschaft oder wie die LR vor allem das lokale Geschehen kritisch.

Warum die Menschen freie Medien in der Krise brauchen

Nur so können sich die Menschen ein umfassendes Bild von der Lage machen. Medien sorgen für Fakten, Wissenszuwachs, Austausch und auch Unterhaltung. Das ist für die Gesellschaft notwendig, bereichernd und hilft in dieser schweren Zeit.

Verlage müssen weiter Zeitungen herstellen, drucken, zustellen und verkaufen dürfen. Gerade dann, wenn die Einschränkungen weiter zunehmen sollten. Jetzt wird Lokaljournalismus gebraucht! Daher ist es höchste Zeit, dass Brandenburg nachzieht, Medien und damit alle  Beschäftigten der Branche zur kritischen Infrastruktur zählt. Sachsen hat das längst getan.

Wieso ist das überhaupt von Land zu Land unterschiedlich? Wenn jedes Bundesland festlegen kann, ob und wie die vom Grundgesetz geschützte Pressefreiheit im Krisenfall gelebt wird, ist das falsch. Hier braucht es Einheitlichkeit.

Oliver Haustein-Teßmer, Chefredakteur Lausitzer Rundschau
© Foto: Sebastian Schubert/ LR

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