Dass die Menschen in der Lausitz keine Ideen haben, das kann ihnen wahrlich niemand vorwerfen. Die exotischen Agrarversuche der Leag mit Lausitzer Landwirten am Tagebaurand sind dafür einmal mehr ein bemerkenswertes Beispiel.

Es wäre nämlich wirklich viel zu kurz gedacht, würde in der Region nur statisch-linear, nach einem Industrie-Ersatz für die zu Ende gehende Braunkohlewirtschaft gesucht. Die Lausitz wird sich grundlegend verändern müssen. Und dazu gehört es auch, über neue Ideen auf dem weiten Feld der Landwirtschaft nachzudenken.

Klar, das wird so manches Mal nach dem bewährten Muster „Versuch und Irrtum“ ablaufen. Über manche kühnen Ideen und Experimente werden wir in ein einigen Jahren vielleicht amüsiert nur schmunzeln.

Aber es sind der Mut und die Courage, Unkonventionelles auszuprobieren und dabei die alten, vermeintlich sicheren, aber ausgetretenen Pfade zu verlassen, um uns in der Lausitz eine neue Zukunft zu eröffnen. Hätten alle Generationen vor uns immer nur genau das getan, was schon ihre Väter taten, würden wir noch heute in Höhlen sitzen und das Feuer schüren.

An den Ideen und den vermeintlichen „Spinnern“, die am Ende die Entwicklung tatsächlich vorantreiben, fehlt es uns nicht. Was wir jetzt aber brauchen, das sind ein paar grundlegende politische Entscheidungen, beispielsweise zu den Kohlegesetzen, die uns helfen, unsere Geschicke in der Lausitz selbst in die Hand zu nehmen. jan.siegel@lr-online.de