Ein Archiv ist so etwas wie ein Gedächtnis. Über die Jahrhunderte wird hier zusammengetragen und vor dem Verfall bewahrt, was an Informationen für die Nachwelt von Wert ist. Ob es für den Heimatforscher um wissenswerte Fakten oder bei Erbenermittlugen um handfeste Sach- und Geldwerte geht – die in den Archiven gespeicherten Informationen sind für unzählige Menschen von hoher Relevanz.

Nun bringt es das Wesen eines Archives mit sich, dass die Bestände im Lauf der Zeit wachsen. Und spätestens seit 2017, als der damalige Archivleiter Dr. Jan Klußman vor dem Kulturauschuss auftrat, ist bekannt, dass das Forster Archiv in der Promenade 9 aus allen Nähten platzt. Neue Akten köenn kaum noch eingelagert werden, die Bedingungen für den Erhalt der Bestände sind schwierig und des müssen, wie derzeit für die Unterlagen des Baubereiches, immer wieder Zwischenlösungen gefunden werden.

Ideen, wie da Abhilfe geschaffen werden könnte, gibt es mehrere – vom Umbau des aktuellen Standortes bis zur Einmietung in andere Gebäude. Ihnen allen sind zwei Dinge gemeinsam: Erstens kosten sie Geld und zweitens sind sie derzeit auf Eis gelegt.

Nun kann man sagen, Papier ist geduldig und für Papiere in einem Stadtarchiv trifft das ganz besonders zu. Aber Forst hat durch Krieg, Brände und Auslagerungen schon viel von seinem Archivbeständen, also mithin von seinem Gedächtnis, verloren. Geduld ist an dieser Stelle daher eine falsche Tugend. Das Gedächtnis der Stadt sollte wieder gut wachsen können.