Der ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt meinte: „Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen.“ Damit mit warnte er im Bundestagswahlkampf 1980 vor zu viel Träumereien bei politischen Vorhaben.
Zwar kann ohne Träume von begehrenswerten Zielen der Stillstand drohen. Aber Träume verfolgen, ohne Realitäten zu berücksichtigen, führt ebenfalls in den Stillstand. So wie beim Traum vom neuen Kinder- und Jugendzentrum für Forst.
Realität ist, dass die Stadt Forst vor zwei Jahren beschloss, die Villa in der Gubener Straße zu einem Jugendzentrum auszubauen - und dieser Beschluss weiter gilt. Für das Vorhaben gab es Fördergelder, die nun in Frage stehen. Zur Realität gehört auch, dass die Villa teurer wurde und die nutzbare Fläche geringer. Trotzdem hätte Forst 2021, bei überschaubarer finanzieller Belastung, ein neues, wenn auch kein perfektes, Jugendzentrum besessen.
Der Traum vom alternativen Jugendzentrum am Wasserturm würde jetzt schon 3,1 Millionen Euro kosten, damit mehr als die Villa - Geld, das die Stadt bisher nicht hat. Und die Kommunalaufsicht hat Forst ins Hausaufgabenheft geschrieben, dass eine Stadt, die eigentlich Pleite ist, kein Geld für Träume verschwenden darf.
Zur Realität gehört aber ebenso, dass sich die Mehrheiten im Stadtparlament geändert haben und jedem der Rechtsweg offen steht.
Jetzt ist entscheidend, ob es der Stadtverordnetenversammlung gelingt, auf der Basis von Realitäten tragbare Kompromisse zu finden. Sonst bleibt ein neues Jugendzentrum für Forst wohl noch lange eine pure Vision.