Dissen ist ein Vorzeigedorf in vielerlei Hinsicht. Mit seinem Erlebniswochenenden im Freiluftmuseum „Stary lud“, den Mitmachangeboten im Heimatmuseum, Storchenführungen, Fledermausbeobachtungen und Wanderungen durch die renaturierten Spreeaue hat sich der Ort einen Namen über die Grenzen der Region hinaus gemacht. Bestes Beispiel dafür ist die Goldmedaille im Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ im Vorjahr.
Viele der auf Touristen ausgerichteten Aktivitäten sind nur durch viel Manpower der Einheimischen möglich. Dass jetzt das Amt Burg den Zuschuss für das Heimatmuseum streichen will, müssen die Betroffenen als Schlag ins Gesicht empfinden. Mehr als eine Millionen Euro wurden in den vergangenen Jahren auch mit Fördermitteln in den Ausbau der Einrichtung investiert. Und es ist tatsächlich ein Schmuckstück geworden. Davon profitieren auch die Nachbargemeinden, in denen die Hotel- und Pensionsbetten stehen. Die Rechnung ist einfach: Ein größeres und attraktives Angebot vor Ort erhöht auch die Verweildauer der Touristen im Spreewald.
Für Dissen selbst ist und bleibt das Museum hingegen ein Zuschussgeschäft, das es sich allerdings ohne Hilfe von außen auf lange Sicht nicht leisten kann. Wenn sich das Amt Burg aus der Finanzierung zurückzieht, fehlt nicht nur das Geld. Es ist auch ein fatales Signal nach außen: Wer soll noch an die Zukunft des Leuchtturms in der Region glauben, wenn selbst das eigene Amt kein Interesse daran hat?
silke.halpick@lr-online.de