Es gibt Menschen, die glauben, die stabile Stromversorgung in Deutschland funktioniere auch langfristig nur mit Kohlekraftwerken. Und es gibt ganz Viele, die glauben, die Kohlekraftwerke müssten sofort abgeschaltet werden, um das Weltklima zu retten. Für beide Positionen finden sich jede Menge Befürworter und zum Teil überlaute Argumente und beide sind falsch. Sie sind nicht deshalb falsch, weil sie Unsinn wären, sondern weil sie zwei Extrempositionen markieren, die zu keinem Ergebnis führen, wenn sie kompromisslos durchgehalten werden. Sie benennen nämlich allein das Problem, bieten aber keine akzeptable Lösung. In diese Lücke wollte die „Kleine Klimaschule“ eigentlich springen. Das hat sie beim Absprung gründlich vergeigt. Es wurde – zumindest überregional, medial – eine veritable Bruchlandung, weil statt argumentativer Ausgewogenheit, zumindest stellenweise, auf den Internetseiten der alte „Holzhammer“ gezeigt worden ist. Der überzeugt nicht, der assoziiert die Angst, „erschlagen“ zu wollen. Es wäre trotzdem schade, wenn die gute Idee des offenen und fairen Austausches von Argumenten und Meinungen in der Lausitz an handwerklichen Fehlern scheitern würde. Diese Zukunftsdebatte braucht die Region unbedingt. Die „Kleine Klimaschule“ hat deshalb eine zweite Chance verdient.