Hut ab! Auf so eine Idee muss erst mal einer kommen. Das System, wie in Deutschland der Aus- und Umbau von Stromnetzen mitfinanziert wird, ist inzwischen komplett aus der Zeit gefallen. Vereinfacht funktioniert es bisher so, dass die Stromkunden – und übrigens auch die meisten Firmen – in den Gegenden am meisten für ihren Strom bezahlen müssen, wo am stärksten in Zukunftstechnik investiert wird. Besonders gekniffen sind sie auch noch dort, wo wenige Menschen wohnen und es auch kaum Industrie gibt. Finde den Fehler!
Klar ist doch, dass der langfristige Umbau des deutschen Stromnetzes vom System der Großkraftwerke hin zu Erneuerbaren Energien und eher regionalen, virtuellen Flächenkraftwerken immense Investitionen erfordert. Die Kosten dafür aber müssen gerecht auf alle Verbraucher verteilt werden. Schließlich soll auch in Zukunft dort Strom aus der Steckdose kommen, wo sich der Zubau volatiler Wind- oder auch Solarparks aufgrund der natürlichen Gegebenheiten nicht rechnen würde.
Eine Alternative zur fairen Kostenteilung übrigens wäre es, energieintensive Industrieinvestitionen künftig einfach nur noch dort zu genehmigen, wo schon jetzt der meiste Strom produziert wird. Dann sparte man sich neue, lange, teure Leitungen über oder unter der Erde.
Alles Quatsch! Das System zur Strompreisgestaltung in Deutschland muss endlich und fair umgebaut werden. Schon jetzt sind die Strompreise im Land neben Dänemark Spitze im EU-Vergleich. Wenn das nicht ein triftiger Grund zum eiligen Handeln ist. jan.siegel@lr-online.de