Ja, es ist bei realistischer Betrachtungsweise durchaus nachvollziehbar, dass die Lausitzer Füchse in dieser Saison nicht einfach so mühelos in die Playoffs spazieren wie im vergangenen Jahr. Damals hat fast alles gepasst beim Neuanfang mit Trainer Corey Neilson. Diesmal ist der Kader zumindest in der Breite nicht so gut bestückt wie in der Erfolgs­saison 2018/19. Die personelle Hilfe von den Eisbären Berlin tendiert derzeit gegen null – das kann in einer Kooperation schon mal vorkommen.

Überhaupt nicht nachvollziehbar sind dagegen die Leistungsschwankungen und vor allem die seltsamen Einbrüche der Mannschaft. Am zweiten Weihnachtsfeiertag gab es mit dem 1:7 in Ravensburg die nächste Klatsche. Zum wiederholten Mal brach das Team innerhalb weniger Minuten komplett ein und ging unter.

Die Folge: Statt der Playoffs rückt die Abstiegsrunde näher. Deshalb ist jetzt vor ­allem Trainer Neilson gefragt, Lösungen für mehr Stabilität zu finden. Er hat das Team zusammengestellt. Er hat die Hierarchie neu geordnet. Er verantwortet das Spielsystem und hat die entsprechenden Aufgaben verteilt.

Nochmal zur Erinnerung: Dass Corey  Neilson ein guter Trainer für Weißwasser ist, hat er in der vergangenen Saison bewiesen. Jetzt muss Neilson zeigen, dass er auch die aktuelle Situation durch entsprechende Kurskorrekturen meistert. Sonst dürften seine Tage im Fuchsbau gezählt sein.

Die Lausitzer Füchse stellen ausgerechnet jetzt am Jahreswechsel die Geduld ihrer Fans auf eine harte Probe. Die Mannschaft muss nun ganz schnell und vor allem dauerhaft die Kurve kriegen. Denn am 4. Januar steht das medial viel beachtete Freiluftspiel bei den Eislöwen ­Dresden auf dem Programm. ­Einen weiteren Einbruch ausgerechnet gegen den Erzrivalen ­­– noch dazu vor den Augen von ganz Eishockey-Deutschland – werden die Fans dem Team und dem Trainer nicht verzeihen.

Foto: Sebastian Schubert
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