Wenn die Politikerinnen und Politiker die derzeitige mehrheitliche Meinung der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland berücksichtigen würden, dann hätte der Bundesrat für ein generelles Tempolimit von 130 Stundenkilometern (km/h) auf den deutschen Autobahnen stimmen müssen. Nun hat die parlamentarische Vertretung der Länder eine solche Änderung der Straßenverkehrsordnung abgelehnt. Aus gutem Grund.

Zwar kann ein Tempolimit für Autos mit Verbrennungsmotoren den Ausstoß von Treibhausgasen, vor allem Kohlendioxid (CO2), senken. Und in Deutschland sind viele PS-starke – also mehr Sprit verbrauchende und CO2 ausstoßende – Autos unterwegs. Aber warum sollen beispielsweise E-Autos nur 130 km/h fahren dürfen, wenn sie kein klimaschädigendes Gas in die Luft blasen? Doch nur, wenn sich dadurch die Zahl der Unfälle spürbar reduzieren ließe.

Bei gefährlichen Streckenabschnitten wie auf der A13 im Spreewald werden Tempolimits bereits angewendet. Dort geht die Zahl tödlicher Unfälle nachweisbar zurück. Dennoch sieht die Unfallbilanz in Staaten mit generellem Tempolimit auf Autobahnen laut ADAC nicht günstiger aus als in Deutschland.

Gegen Protest der Lausitzer Wirtschaft Tempolimit auf der A 13 kommt

Cottbus

Hierzulande lernt jeder Fahranfänger, dass die Richtgeschwindigkeit von 130 km/h vernünftig ist. Zunehmend steuern digitale Anlagen den Verkehrsfluss auf den Straßen und helfen, Raser zu schnappen. Es gibt immer bessere Fahrassistenzsysteme, die notfalls das Tempo der Autos drosseln. Wozu also noch das allgemeine Limit? Gut, dass der Bundesrat hier nein gesagt hat, wenn es auch ohne Verbot geht.