Dass Einwohner und Stadtplaner nicht immer auf einer Wellenlänge liegen, ist nicht ungewöhnlich. Im Fall der Mobilitätsachse durch den Lübbener Hain wird deutlich, wie weit die Idealvorstellungen der Planer von denen der täglichen Nutzer entfernt sind.

Modern, durchgestylt, mit auffälligen Orientierungspunkten versehen – so stellt sich das Planungsbüro den zentralen Weg durch den Hain vor. Ein drei Meter breites Band aus Granitpflaster, Platten oder Asphalt würde den Fußweg bilden, auf dem Ausflügler aus der Großstadt den Weg vom Bahnhof in die Innenstadt finden sollen. Lübbener, die täglich den Weg nutzen, profitieren auch und könnten sich bei Regen über saubere Schuhe freuen.

Doch es scheint, als liege den Lübbenern nicht so viel an sauberen Wegen, sondern viel mehr am Erhalt dieses urwüchsigen Kleinods im Herzen ihrer Stadt. Es ist aber auch nicht auszuschließen, dass die Naturschützer bei der Bürgerbeteiligung intensiver in Erscheinung getreten sind. Im Hinblick auf die Gesamtzahl der Einwohner sind etwas mehr als 100 Rückmeldungen recht wenig, zumal es keine repräsentative Befragung war. Nun liegt es in der Hand der Stadtverordneten, die richtige Entscheidung zu treffen und den Spagat zwischen Naturschutz und alljährlicher Nutzbarkeit zu schaffen.