Es war im November 2017 auf einem Parkplatz bei Meyenburg. Auf einer eilig einberufenen Pressekonferenz kippt der Brandenburger Ministerpräsident Dietmar Woidke das wichtigste Projekt der Legislaturperiode, die Kreisgebietsreform. Heute, eineinhalb Jahre später, scheint es, als habe Woidke nichts gelernt. Wieder einmal droht ein wichtiges Projekt an schlechter Kommunikation zu scheitern.

Denn die Pläne für den Umzug des Wissenschaftsministeriums nach Cottbus oder die Errichtung einer Medizinerausbildung an der BTU gelangten an die Öffentlichkeit, ohne dass sie vorher mit allen relevanten Akteuren abgestimmt waren. Nicht einmal Woidkes eigene Fraktion wusste Bescheid. Im Ergebnis fühlen sich Entscheidungsträger übergangen, wichtige Mitarbeiter degradiert. So ein Vorgehen ist, gelinde gesagt, fahrlässig. Denn geht es so weiter, geht es am Ende schief.

Mit seinen Ankündigungen schürt Woidke in der Lausitz Hoffnungen und weckt Erwartungen. Aber was passiert eigentlich, wenn es schiefgeht? Wenn es nach der nächsten Landtagswahl nun doch anders kommt? Dann sind die Menschen in der Lausitz mit Recht enttäuscht. Und das hilft dann wohl nur der AfD.

Zumal sich auch in anderen Landesteilen Verärgerung regt. Denn man kann in Brandenburg derzeit durchaus den Eindruck bekommen, als gehe es in Potsdam nur noch um die Lausitz. Doch Strukturprobleme gibt es auch in der Prignitz oder in der Uckermark.

Dietmar Woidke muss deswegen nun besonders aufpassen. Denn er steht in der Gefahr, zwar Cottbus und der Lausitz etwas Gutes tun zu wollen – dabei aber das Land Brandenburg zu spalten.

politik@lr-online.de