Die Entwicklungsplanung für die Friedhöfe in Lübbenau wird zu Recht von der AWG/FDP-Fraktion positiv gesehen. Jeder Friedhof wurde von einem Fachmann nahezu wissenschaftlich betrachtet. Auslastung, Nutzungsverhalten und Zustand sind berücksichtigt, auf dieser Grundlage Prognose und Handlungsempfehlung geliefert worden. Eine solche faktenbasierte Vorlage für eine Diskussion ist wichtig. Richtig ist aber auch: Wenn es um mögliche Abrisse von Trauerhallen geht und/oder Stilllegungen gleich mehrerer Friedhöfe, reicht die rein wirtschaftliche Betrachtung nicht aus und sollte nicht alleinige Richtschnur des Handels sein. Friedhöfe sind auch identitätsstiftende Kulturstätten und Ruhe-Oasen, sie sind gerade für ältere Menschen auf den Dörfern sehr wichtig.
Es müsste daher in den Diskussionen, die es dank eines Antrags der AWG/FDP-Fraktion geben wird, auch beschrieben werden, was es konkret bedeutet, wenn ein Friedhof nicht mehr genutzt wird. Bleibt er dann dennoch weiter zugänglich und in Pflege? Könnte er vielleicht sogar nach einer möglichen Verkleinerung zum Park entwickelt werden?
Zweifellos muss man es mit den Friedhöfen in den Dörfern nicht so weit kommen lassen wie mit dem Alten Friedhof in der Lübbenauer Neustadt, der seit Jahren wegen Astbruchgefahr geschlossen ist. Noch weitere Fragen stehen im Raum: Können die Trauerhallen erhalten werden, könnten sie vielleicht künftig anders genutzt werden, zum Beispiel als Abstellräume?
Die Meinung der Dorfbewohner ist hier gefragt, die den Friedhof nutzen, deren Angehörige dort bestattet liegen. Viele könnten bereit sein, sich ehrenamtlich um die Anlagen mit zu kümmern. Das Gute ist, dass noch ausreichend Zeit ist, gute Lösungen gemeinsam zu finden. In der Natur der Sache liegt aber auch, dass es mit einer einmaligen Diskussion nicht getan ist. Friedhöfe sind ein immer wieder zu diskutierendes Dauerthema.