Nicht nur das Coronavirus hat gezeigt, wo es an den Schulen hapert. Immerhin: Manche Lehrer haben zum ersten Mal eine E-Mail mit Anhang versendet und so mancher Schüler das Schreibprogramm entdeckt. Dabei ist seit Jahren bekannt, dass die Schulen – und mit Verlaub, eigentlich die deutsche Politik – der Digitalisierung im weltweiten Vergleich hinterher hinken. Ein gutes Signal scheint da die (schon 2013! erklärte) Initiative der Bundesregierung zu sein: Milliarden sollen in die digitale Schule gesteckt werden – für Tablets, Whiteboards und Co. Und jetzt geht’s los! Auch in Krauschwitz. Gut, nicht gleich, spätestens aber 2024.
Bleibt nur zu hoffen, wenn alle Schüler ins Netz gehen, man dann nicht das Knarren vom Modem hört. Der Blick auf dem Netzausbau im Kreis Görlitz lässt Böses ahnen. Wenn alle Online gehen, erzählt ein Lehrer in Weißwasser, gehe derzeit praktisch nix mehr.
Viel schlimmer noch: Die Schulträger müssen es umsetzen. Gemeinden also kaufen jetzt Hardware. Wie sich in Krauschwitz herausstellt, sind die ohne Weiteres dazu gar nicht in der Lage. Und weil das jeder Ort für sich machen soll, heißt das: Jede Schule bekommt andere Geräte. Die einen lernen mit Apple und die anderen mit Android – da ist man der US-Marke dann später auch gleich verbunden. Und: Mir hat noch niemand erklären können, ob ein Jugendlicher mit Tablet ausgestattet wirklich besser lernt, aber darum geht es wohl nicht.
Wie wäre es denn, den Schülern das Programmieren beizubringen? Zu erklären, dass das kommentarlose Ausschließen aus der WhatsApp-Gruppe irgendwie auch Mobbing ist? Dass die Schrittzähler-App eigentlich nicht alle Kontaktdaten zum Funktionieren braucht? Das aber würde mehr Informatiker und geschulte Pädagogen benötigen. Und die kosten mehr Geld als Tablets und Whiteboards.
Fazit: Wenn ich so darüber nachdenke, hatte ich mir das Ende der Kreidezeit an der Schule so nicht vorgestellt.