Wenn im Land über die Reaktivierung von stillgelegten Eisenbahnstrecken nachgedacht wird, spielt die Lausitz keine Rolle. „Das lohnt sich nicht“, heißt es. Das ist zu kurz gedacht. Wer es ernst meint mit einer Verkehrswende, darf nicht bloß durchs Fernglas schauen, sondern muss auch mal zur Lupe greifen.
Mit der E-Mobilität wird sich das Verhalten der Menschen ändern. Auch wenn es mancher nicht glaubt; die Zeiten gehen zu Ende in denen jeder mit seinem Auto 50 oder gar 100 Kilometer jeden Tag zur Arbeit pendelt. Vor allem die Jungen, setzen auf eng getaktete, schnelle Bahnverbindungen. Okay, eine Viertelstunde mit dem E-Auto zum nächsten Bahnhof ist kein Thema. Vernetzte Mobilität wird zum entscheidenden Kriterium, wenn es junge Familien, aus teuren, engen Ballungszentren treibt.
Das ist eine große Chance für die Lausitz. Der schöne Landstrich mit Spreewald, Seenland, Calauer Schweiz und Elster-Auen liegt mit funktionierenden Kleinstädten und idyllischen Landgemeinden ideal zwischen den Metropolen Berlin, Dresden und Leipzig.
Wie genial wäre es, könnte Jeder verlässlich mit dem Zug nach Luckau pendeln oder im Stundentakt von Cottbus nach Hoyerswerda und weiter bis nach Kamenz fahren.
Wenn eine Verkehrswende gelingen soll, kommt es nicht nur auf die großen Linien zwischen Berlin, München, Hamburg und Köln an. Die Mobilität der Zukunft funktioniert nur, wenn der Raum zwischen den Metropolen auch angeschlossen ist. Und dazu brauchen Verkehrsplaner manchmal eben auch eine Lupe. jan.siegel@lr-online.de