Der Ansatz ist gut. Kinder aus sozial schwachen Familien bekommen mit dem neuen Bildungs- und Teilhabepaket jetzt sogar mehr Geld, um damit zum Beispiel die Mitgliedsbeiträge in Sportvereinen zu bezahlen. Statt zehn Euro stehen ihnen nun 15 Euro zur Verfügung. Doch mit der Erhöhung wurde gleichzeitig die Verfahrensweise geändert. Statt bisher direkt an den Verein, wird dieses Geld erst einmal den Eltern überwiesen. Diese sollen den Zuschuss dann an den Verein weiterleiten. Das funktioniert bei einigen ganz gut. Aber leider nicht bei allen. Das wiederum bringt nun die Vereine in die Bredouille, die mitunter jedem Monat ihren Mitgliedsbeiträgen hinterher laufen. Das kann schnell sehr mühselig erden. Gerade kleinere Vereine sind damit überfordert.

Kritik an den neuen Regelungen gibt es auch vom Paritätischen Wohlfahrtsverband. Allerdings aus einem anderen Grund. Die staatlichen Zuschüsse, die den Kindern aus Hartz IV Haushalten den Zugang zu Lernförderung, Schulbedarf und Freizeitaktivitäten erleichtern sollen, würden bei vielen berechtigten überhaupt nicht ankommen. Laut einer Untersuchung des Wohlfahrtsverbandes von Daten der Agentur für Arbeit würden nur rund 15 Prozent der knapp eine Million 6- bis 15-Jährigen von der Unterstützung profitieren. Der Paritätische Wohlfahrtsverband empfindet diese Zahlen als „vernichtend“ und sieht in ihnen ein „Armutszeugnis“. Das Bildungs- und Teilhabepaket sei für viele Leistungsbezieher zu schwer zugänglich und recht kompliziert. Trotzdem sind vor allem die Eltern in die Pflicht. Einmal im Monat einen Beitrag zu überweisen, der am Ende dem eigenen Kind zugute kommt, dürfte nicht zuviel verlangt sein.