Das Finsterwalder Sängerfest ist eine der Großveranstaltungen, die der Coronapandemie in diesem Jahr zum Opfer fallen. So bedauerlich wie das ist, es war richtig, das Drei-Tage-Fest in der Sängerstadt frühzeitig abzusagen. Tausende Besucher lassen sich auch mit dem besten Hygienekonzept nicht kontrollieren. Großveranstaltungen bleiben deshalb weiter untersagt. Darüber kann man unterschiedlicher Meinung sein, Veranstalter aber haben sich an Gesetze und Regeln zu halten.

Es ist kein Betteln für das Finsterwalder Sängerfest

Dass der Sängerfestverein – wie übrigens auch andere Vereine der Region – nach einer ersten Ratlosigkeit nicht aufgeben, verdient öffentliche Anerkennung. In einer Zeit mit vielen Fragezeichen für die gesamte Unterhaltungs- und Veranstaltungsbranche die Kraft aufzubringen, um neue Ideen zu entwickeln, wie man Mitstreiter, Sponsoren und die Einwohner dennoch bei Laune halten kann, ist bewundernswert.
Ich hoffe, am Sponsorenturm wird zu lesen sein, wie sehr die Sängerstadtregion ihr Sängerfest mag. Es ist kein Betteln, wenn ein gemeinnütziger Verein, der seit 1992 große Stadtfeste bei freiem Eintritt organisiert, um finanzielle Hilfe wirbt. Noch dazu, wenn sich die Rahmenbedingungen derart zuspitzen, dass die Aufwendungen im Hintergrund immer kostenintensiver werden. Ob und in welcher Form das Finsterwalder Sängerfest wieder gefeiert werden kann, weiß derzeit niemand. Antworten darauf gibt es erst, wenn die Covid 19-Gefahr medizinisch beherrschbar wird.

Finsterwalder Sängerfest ist unser Fest

Worauf es dieser Tage ankommt? Wir sollten uns an die Mischung aus guter Laune, Gastfreundlichkeit und Gelassenheit, an das große Heimat- und Zusammengehörigkeitsgefühl der bisherigen 14 tollen Sängerfeste erinnern. Von Anfang an von Bürgern für Bürger auf die Beine gestellt, ist das Sängerfest unser Fest. Das darf man ruhig mit dem ein oder anderen Spenden-Euro danken.
heike.lehmann@lr-online.de