Einen alarmierenden Situationsbericht haben Lübbenauer Schulleiterinnen den Stadtverordneten vorgetragen. Vortragen müssen. Denn man darf wohl davon ausgehen, dass es den erfahrenen Pädagogen nicht leicht gefallen ist, die Stadt um Hilfe zu ersuchen und die teilweise Überforderung ihres Kollegiums einzugestehen. Damit in die Öffentlichkeit zu gehen, ist nachvollziehbar, ja sogar aller Ehren wert, wirft aber auch Fragen auf. Zum Beispiel: Sollte es wirklich Aufgabe der Kommune sein, Lehrern in städtischen Schulen Schulsozialarbeiter an die Seite zu stellen? Zu Recht heißt es aus dem Jugendamt des Landkreises, dass sich hier das Land bewegen müsste. Für einen regulären Unterricht zu sorgen, ist Aufgabe des Landes, nicht der Kommune. Die geschilderten Probleme in den Grundschulen müssen in Potsdam ankommen, die Unterstützung von dort kommen. Das aber kann dauern. In Potsdam hat man schon Mühe, genügend Lehrer zu finden. Daher ist der Versuch, sich in Lübbenau zunächst selbst zu behelfen, richtig. Eine andere Frage muss in den Schulen beantwortet werden: Wie arbeiten Sozialarbeiter und Lehrer gut zusammen, wie können sie die Eltern gerade der auffälligen Kinder einbeziehen in die Problemlösung? Noch schwerer zu beantworten ist eine weitere Frage: Wie erklären sich die immer häufigeren Verhaltensauffälligkeiten der Kinder? Hier könnte man tief einsteigen in die Ursachenforschung. Die Antworten wären vermutlich sehr beunruhigend.