Schön oder nicht schön? Das ist beim Wandbild von Künstler Michael Fischer-Art in der Hoyerswerdaer Neustadt gar nicht die Frage. Denn: Schönheit liegt immer im Auge des Betrachters. Genau so, wie einige Betrachter die Mona Lisa oder Kreationen von Friedensreich Hundertwasser hässlich finden, finden auch einige Hoyerswerdsche das riesige Wimmelbild an der Fassade in der Albert-Schweitzer-Straße hässlich. Das ist nicht wichtig, denn: Hauptsache, es wird darüber diskutiert.

Viel schlimmer wäre es, wenn es alle toll fänden und sich niemand daran riebe. Dann wäre es langweilig und recht schnell kein Hingucker mehr. Ebenfalls kein Argument sind die Kosten: Kein Hoyerswerdscher musste wegen dieses Bilds auf irgendetwas verzichten. Denn: Egal, ob die Wand bunt, schwarz, gold oder rosa-grün-kariert geworden wäre: Bezahlt hat es Großvermieter Wohnungsgesellschaft. Und wer zahlt, darf auch bestimmen, was daraus wird. Das ist eine Binsenweisheit. Das Positive ist also: Hoyerswerda hat mit dem Riesen-Wandbild etwas Einzigartiges und bleibt mit diesem Kunstwerk im Gespräch. Diskussion belebt eben das Geschäft. Betrachter sollen vor dem Giebel stehen bleiben und sich fragen, was der Künstler womit bezwecken wollte. Und wer sich ein wenig Mühe gibt: Der kann zwischen den vielen Figuren und Gesichtern auch Gundi und ein paar Bergbaurelikte finden.