Ich kann mich noch gut an den „Kampf“ der Fraktion „Herzberg zählt“ 2015 in der Stadtverordnetenversammlung erinnern, doch auch in der Kreisstadt endlich das elektronische Ratsinformationssystem Allris einzuführen. Andere Kommunen waren da schon viel weiter. Die Unterlagen nicht mehr per Papier und Post, sondern auf Knopfdruck, und für die Bürgerinnen und Bürger jederzeit zugänglich. Vor allem ältere Abgeordnete waren skeptisch. Auch beim damaligen Bürgermeister Michael Oecknigk hielt sich die Begeisterung in Grenzen. Eingeführt wurde das System trotzdem. Zum Glück.
Herzbergs heutiger Rathauschef Karsten Eule-Prütz steht der digitalen Welt bedeutend aufgeschlossener gegenüber. Er springt auf so ziemlich jeden (fördermittelgetriebenen) Zug auf, der sich ihm bietet. Dass ausgerechnet Herzberg zu den BUS-Pilotkommunen in Brandenburg zählt, verwundert nicht. Und das ist gut so, auch wenn mancher fragen mag, ob die Herzberger Verwaltung nicht Dringenderes zu erledigen hätte. Aber gerade die letzten Monate haben uns gezeigt, dass die Digitalisierung zu den dringendsten Aufgaben, auch kleinerer Kommunen, gehört. Verwaltungsinterne IT, digitale Leistungsangebote für die Bürger, der Digitalpakt an den Schulen, die Bürgerinformation und -kommunikation per App oder anderer Plattformen - auf den Digitalbereich in unseren Rathäusern kommt einiges zu. Ich freu mich jedenfalls auf die Herzberg-App, wie damals auf Allris.