Es gibt gute Gründe dafür, dass Steuerungseinheiten von Großkraftwerken und Tagebauen physisch getrennt sind vom Internet. Altgediente Fachleute sagen – gerne auch ein bisschen süffisant – „Ist doch logisch!“

Bei allen Möglichkeiten und Erleichterungen, die uns die weltweite Vernetzung bietet, lauern im weltoffenen Netz nämlich auch tückische Risiken.

Egal ob radikal-ideologisch motiviert oder als militärisch-geheimdienstliche Waffe eingesetzt: Daten-Angriffe auf die Energie-Infrastruktur eines Landes gab und gibt es längst. Wenn aber das Internet-Kabel zur Kraftwerkssteuerung fehlt, geht jede Attacke ins Leere.

Mit dem angestrebten Umbau deutscher Energienetze: weg vom System der „wenigen“ Großkraftwerke hin zu Flächenkraftwerken, bei denen letztlich Hunderttausende kleine und größere Stromerzeuger, -speicher und –verbraucher flexibel gesteuert und geregelt werden sollen, wird die allgemeine Vernetzung im Grunde systemisch.

Klar, gibt es dafür schon recht ausgeklügelte Sicherungsmechanismen. Doch wo ein großflächiges Netz ist mit sehr vielen Zugängen, da finden auch „ungebetene Gäste“ früher oder später einen Weg hinein. Das ist letztlich eine Frage der Rechenleistung, die sich weiter rasant entwickelt und der Hardware, die immer kleiner wird.

Die Logik der physischen Abschottung, wie sie für Großkraftwerke gilt, funktioniert bei virtuellen Flächen-Kraftwerken so schlicht nicht mehr. Die Fachleute müssen sich beim Aufbau neuer, komplexer Energiesysteme für diese Frage viele neue Antworten einfallen lassen. Ist doch logisch!