Auf dem Weg zur Sanierung des Golßener Schlosses ist ein weiterer Schritt getan. Mehrheitlich haben die Stadtverordneten der Auftragsvergabe für eine denkmalgerechte Bestandsaufnahme zugestimmt. Wie schon bei der Vergabe zur Ausarbeitung des Förderantrages an ein Fachbüro war das eine schwere Geburt. Denn es geht nicht so sehr um die Details, es geht um ein grundsätzliches Ja oder Nein zum Erhalt des Schlosses und zu getroffenen Vereinbarungen für eine soziale Nutzung. Hartmut Laubisch (GfG) hat Recht, wenn er sagt, es sei in allen gewählten Parlamenten Usus, dass Nachfolger begonnene Projekte der Vorgänger weiterführen. Darauf müssen sich die Menschen verlassen können. Andererseits stimmt es nachdenklich, wenn Jens Kolan (UBL) betonen muss: „Bei einem so wichtigen Projekt wollen wir einfach mitgenommen werden.“

Im Golßener Stadtparlament haben sich die Konstellationen verändert. Mit UBL und AfD sind neue Kräfte am Tisch. Unabhängig davon, wie man zu den jeweiligen politischen Schattierungen steht - Fakt ist: Ein „Durchregieren“ mit sicherer Mehrheit funktioniert nicht mehr. „Etablierte“ und Neue werden sich aufeinander einlassen müssen, wenn Vernünftiges herauskommen soll. Die Bürger wollen keine Grabenkämpfe, sie wollen Lösungen. Zum Schloss jedenfalls wird es für eine Einigung höchste Zeit. Andernfalls dürften Fördermittel kaum noch ein Thema sein. Mal ehrlich, wer gibt schon Geld - egal aus welchem Topf - in eine Stadt, die darüber streitet, ob sie es haben will?