Das Ende des Zweiten Weltkrieges liegt jetzt genau 75 Jahre zurück. Die Konsequenzen dieses Krieges sind in Forst bis heute täglich zu spüren. Die Stadt ist zur Grenzstadt geworden und dort, wo sich einst ihr Zentrum befand, ist noch jetzt eine leere Fläche. Aber die Menschen, die sich noch persönliche an die Schrecken des Krieges, seine Toten, an Flucht und Vertreibung, an Hunger und Elend erinnern können, werden immer weniger.

Deshalb ist es so wichtig, dass die Lehren aus dieser menschengemachten Katastrophe bewahrt bleiben. Dazu gehört auch das Gedenken an die gefallenen sowjetischen Soldatinnen und Soldaten. Sie wollten gewiss nicht fern der Heimat in fremder Erde sterben und mussten doch hier an der Neißefront ihr Leben lassen, ganz kurz, bevor der Frieden endlich Einzug hielt. Ein Frieden, den auch sie mit ihrem Opfer erst ermöglicht haben.

Der Sowjetische Ehrenfriedhof ist ein prädestinierter Platz, um der Opfer des Krieges zu gedenken. Es ist richtig, dass die Stadt Forst nun dafür sorgt, dass es wieder ein würdiger Platz ist. Das ist nicht ganz billig. Die Sanierung des Großen Obelisken kostet knapp 50 000 Euro, wovon der größte Teil über Landesmittel bezahlt wird. Und die Sanierung der restlichen Anlage ist mit rund 390 000 Euro veranschlagt, was zu 100 Prozent aus Bundesmitteln gefördert wird. Aber es ist gut angelegtes Geld. Denn 75 Jahre Frieden in Europa sind eben nicht selbstverständlich. In einer Welt, in der offensichtlich wieder zunehmend auf Krieg als Mittel der Politik gesetzt wird, darf es keine Floskel sein zu sagen: Die Toten mahnen uns.