Während in Berlin und anderen Ballungszentren extremer Mangel an bezahlbarem Wohnraum herrscht, stehen in Forst allein bei der städtischen Wohnungsbaugesellschaft rund 1000 Wohnungen leer – die zudem ohne Modernisierung nicht mehr vermietet werden können. Vor diesem Hintergrund gleicht es der Quadratur des Kreises, bei sinkender Einwohnerzahl und damit sinkender Nachfrage nach Wohnraum eine Stadt wie Forst so zu entwickeln, dass ein zukunftsfähiger Bestand an Mietwohnungen entsteht und zugleich die Innenstadt belebt wird.

Der von der Forster Wohnungsbaugesellschaft angedachte Weg, neue Angebote für altersgerechtes Wohnen im Stadtzentrum zu schaffen, geht in die richtige Richtung. Aber allein dadurch wird sich das Problem nicht lösen lassen, auch weil die Modernisierungskosten nur moderat auf die Mieten umgelegt werden können. Vor allem für jüngere Menschen ist es immer eine Überlegung wert, ob sie ihr Geld lieber in ein eigenes Haus am Stadtrand oder eine Mietwohnung im Stadtzentrum stecken. Deshalb braucht die kommunale Wohnungsbaugesellschaft größere finanzielle Spielräume, um ihre Aufgaben bei der Stadtentwicklung effektiv zu lösen. Ein sehr hilfreicher Schritt wäre da die Entlastung von den Altschulden aus DDR-Zeiten. Doch das kann nicht in Forst entschieden werden.

Aber Forst steht ja auch nicht allein mit diesen Problemen. Schrumpfende Orte gibt es auch anderswo. Es braucht deshalb politische Lösungen, die nicht flächendeckend Ballungsräume und schrumpfende Regionen über einen Kamm scheren.