Die Stadt hat jedenfalls keine Idee, was sie mit ihrem Stiefkind anfangen soll. In der zweistöckigen Holz-Stahlkonstruktion sollte ursprünglich einmal der städtische Wandel für jedermann zugänglich gemacht werden. Doch seit Jahren rottet der Kubus am Flussufer der Schwarzen Elster zwischen den Plattenbauvierteln und der Altstadt vor sich hin. Nur als Stadtmarke erfüllt sie noch einen Sinn.

Die Zahl aller bisherigen Ausstellungen lässt sich an den Fingern einer Hand abzählen. Gut, die jährlich stattfindenden, eintägigen Kufa-Projekte wie die „Picknickwiese“ oder der „Kunstlandstrich“ haben für ein paar hundert Bürger inzwischen Tradition. Und überdies haben sicher auch immer mal wieder ein paar Interessenten mit einer Nutzungsanfrage gemeldet. Doch für jeden Hokuspokus ist die Info-Box auch nicht zu haben.

Fest steht, dass sich die Stadtverwaltung nie wirklich für die Orange Box interessiert hat. Um ihren Unterhalt kümmern muss sie sich trotzdem. Dazu gehören auch die Alimente, die der Kubus verschlingt. Schlappe 12500 Euro gehen dieses Jahr allein für den neuen Fassaden-Anstrich drauf.

Ein Segen wäre es, wenn sich endlich jemand findet, der den viereckigen Kasten seiner Bestimmung zuführt. Nein, nicht der Blitz soll einschlagen, damit die Feuerwehr das Ding kontrolliert runter brennen lassen kann. Gemeint sind städtische Akteure und Einrichtungen oder Projekte wie beispielsweise die Volkshochschule, der Bürgerhaushalt, das Stadtmarketing oder einer von Hoyerswerdas Großvermietern, die den Ort für informierende Ausstellungen oder den öffentlichen Dialog nutzen.