Längst hat sich Frust breit gemacht bei Eltern und Familien mit kleineren Kindern, die eine Betreuung benötigen. Die Corona-Krise hat vor allem ihnen Unglaubliches abverlangt – ein Kräfte zehrendes Paket mit einer Flut neuer Aufgaben haben Eltern zu schultern. Seit vielen Wochen zerreiben sich Mütter und Väter in der Rolle als Heim-Lehrer, Vollzeit-Rundum-Bespaßer für die Kleinen bei zeitgleichen Kontaktbeschränkungen mit den Großeltern und dem eigenen Job.

Die Nerven liegen blank. Und wenn jetzt nach neun Wochen des Lockdowns von der brandenburgischen Landesregierung ein stufenweiser Einstieg in die Kita-Betreuung angekündigt wird, hätte dieser wohl besser Hand und Fuß haben sollen. Doch jetzt kritisieren Eltern zu Recht, was darin steht: Ein garantierter Mindestrechtsanspruch über vier Stunden Betreuung an einem Tag der Woche ist für die Einrichtungen nicht praktikabel und für die Eltern kaum hilfreich. Zwar hat der Landkreis Oberspreewald-Lausitz schnell eine weitergehende Öffnung von Kitas mit aufgestockten Gruppengrößen angeboten, um mehr Eltern zu entlasten.
Unklar ist jedoch, wie das allmähliche Hochfahren der Kindereinrichtungen finanziert wird und welchen Beitrag die Eltern dabei zu bezahlen haben. Eine entscheidende Frage für viele Familien, die durch Einkommensverluste wegen Kurzarbeit schon genug gebeutelt sind. Dass sie sich gegen ungerechtes Abkassieren wehren, ist nur mehr als verständlich.

Senftenberg/Ortrand