Klappe, die Zweite. Oder lieber: Klasse, die Zweite. Beim Hoyerswerdaer Bürgerhaushalt passt Beides. Denn: Die Chance, Bürger mehr für das Stadtgeschehen zu interessieren, hat funktioniert. Wer eine Idee hat, an welcher Stelle es in Hoyerswerda klemmt, hat mit dem Bürgerhaushalt eine Stimme. Ob Bank zum Sitzen, Spielgeräte für Kinder und Auslauffläche für Hunde: Es müssen nicht immer Riesen-Projekte sein, die den Kitt in der Gesellschaft ausmachen.

Am 6. Januar beginnt die nächste Wahl. Problem vieler wird sein: Sie werden gar nicht wissen, dass diese Wahl stattfindet. Und dass es kinderleicht ist, an ihr teilzunehmen. Keine langen Wege, kein schwieriges Procedere. Nur die Vorschlagsliste sollte man gelesen haben. Deshalb wäre es wünschenswert, wenn die Stadtverwaltung nicht allein dafür sorgt, dass das Verfahren in Gang kommt und läuft. Sie dürfte auch ein wenig offensiver damit umgehen. Immerhin bieten nur ganz wenige Kommunen ihren Bürger die Möglichkeit, überhaupt über einen Teil des Haushalts mitzubestimmen.

Zugegeben: 70 000 Euro von rund 70 Millionen Euro Stadthaushalt bedeuten nicht die Masse an Mitbestimmung. Aber es ist ein Anfang. Deshalb sollte die Stadtverwaltung weiterhin laut mit diesem weichen Standortfaktor werben und auch im nächsten Doppelhaushalt einen Bürgerhaushalt verankern. Um welche Summen es dann geht, muss sich noch zeigen. Es muss allerdings eine Größenordnung sein, bei der sich das Mitmachen auch lohnt.