Corona zeigt, wo es hakt. Ein wunder Punkt ist die Digitalisierung der Schulen. Jahrelang tat sich dort wenig. Die Politik konnte noch so viele Digitalpakte ausrufen, noch so viele Millionen bereitstellen - an den Schulen kam die digitale Revolution an. Für den Befreiungsschlag sorgt nun das Virus. Weil die Schulen schließen mussten, ging Unterricht nur übers Internet. Das macht Undenkbares plötzlich möglich.

Sieben Wochen Homeschooling haben auch dem letzten gezeigt, was mit der vernetzten Schule überhaupt gemeint ist. Es geht da nicht nur um den Breitbandausbau, nicht mal um die Ausstattung der Schulen mit teuren Geräten. Die Schule der Zukunft ist in erster Linie eine Frage des Wollens aller Beteiligten.

Schulen sind Orte der Innovation. Kein Strukturwandel, kein regionaler Aufschwung ist möglich, wenn nicht an den Schulen erfolgreich gelernt und entwickelt wird. Einige in der Lausitz machen vor, wie es gelingen kann. Es geht um neue Lehrmethoden, die Kinder auf eine Welt vorbereiten, in der sie Technik, Recherche und Online-Tools beherrschen müssen. Da wird nicht mehr stur gepaukt, da wird geforscht und vor allem kommuniziert.

Aber in der Breite ist das Lernen der Zukunft noch ein ferner Traum. Da gibt es zu viele Schulen, die online gar nichts machen. Eine Schule mit nur einer zentralen E-Mail geht nicht mehr. Erst in der Pandemie hat Brandenburg Mailadressen für alle 21 000 Lehrer eingeführt. Spät genug. Keine Lehrerin kann es sich mehr leisten, nicht ansprechbar zu sein. Keine Schule in der Peripherie darf mehr mit Papierstapeln alleingelassen werden, weil das Netz nur lahm läuft. Wer das zulässt, verschenkt ein Potenzial, auf das die Lausitz nicht verzichten kann.