Cottbus bekommt ein Kompetenzzentrum für elektromagnetische Felder. Das klingt putzig nach Aluhüten und Wünschelruten. Was immer die Freunde vom Bundesumweltministerium treiben werden in ihrer neuen Cottbuser Niederlassung - sie sind Teil eines großen Plans für die Lausitz. Der ist von der Bundesregierung ausgeheckt worden und beschert der Region gerade einen Regen an Bundeseinrichtungen.

Allüberall öffnen Forschungsinstitute und Kompetenzzentren, die tolle Namen tragen: Ein Institut für CO2-arme Industrieprozesse hat in Cottbus bereits den Betrieb aufgenommen. Es folgen ein Fraunhofer-Institut für Geothermie und Energieinfrastrukturen und viele andere bis runter nach Zittau. Görlitz wird beschenkt mit einem Zentrum für digitale interdisziplinäre Systemforschung. Was das genau sein soll, ist weniger wichtig. Entscheidend ist das Signal und das Investment an einem Ort, der bislang keinen akademischen Ruhm genießt.

Solche Gründungen sind Strukturmaßnahmen, die die Lausitz im Geschäft halten sollen, wenn die Kohle sich in 20 Jahren verabschiedet. Baustein für Baustein entsteht eine neue Wirtschaftsstruktur, die auf Technologie und Wissen setzt, statt auf Schornsteine und Tagebau.

Forschung bringt nicht auf einen Schlag Hunderte von Jobs. Sie setzt einen Anker, an den sich Firmen anlagern können, die das produzierte Wissen versilbern. So ähnlich haben Wissenschaftsstandorte wie Cambridge in England oder Harvard an der Ostküste der USA auch mal angefangen: Als wuselige Orte des Wissensaustauschs. Das war allerdings vor langer, langer Zeit.