Lange hat Geschäftsinhaber Alfred Magoltz mit einem neuen Mietvertrag im Kolosseum gerungen. In seinem Geschäft pflegt er seit Jahren persönlichen Kundenkontakt mit individueller Beratung. Das ist gerade den älteren Kunden wichtig. Hätte er den Vertrag nicht unterschrieben, wäre er raus gewesen – und viele langjährige Kunden verprellt.
So oder so: Weichen muss er nun einem Discounter für Haushalts- und Dekoartikel, dessen Sortiment es im Kolosseum schon in anderen Läden gibt. Der Fall macht das Geschäftsmodell der Deutschen Fachmarkt deutlich: Das Unternehmen setzt vor allem auf zahlungskräftige Handelsgrößen mit langen Vertragslaufzeiten.
Sie versprechen den Aktionären einen dauerhaft höheren Gewinn, als ein inhabergeführter Elektroladen, der von Jahr zu Jahr plant. Extrawünsche im Klein-Klein und Sentimentalitäten stören da nur. Die Stadtverwaltung kann trotz Einzelhandelskonzept nur zuschauen.
Letztlich sind es die Kunden, die durch ihr Einkaufsverhalten abstimmen, wohin sich das Kolosseum in den nächsten Jahren entwickeln wird.